Der Schlüssel

 Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um behaupten zu können, man hätte das Manuskript entschlüsselt?

Schon einige haben das behauptet, wie man im ersten Kapitel nachlesen kann. Newbolds Entschlüsselung umfasste nur wenige Zeilen der letzten Seite, Brumbaughs Entschlüsselung konzentrierte sich auf eine Pflanze und das Wort „Pfeffer“ und Stojko wurde nur auf wenigen Seiten (f15v) fündig. Was ist mit dem Rest? Das Manuskript hat schließlich 116 (bzw. 102 erhaltene) beidseitig beschriftete Seiten.

Halten wir also fest: eine Entschlüsselung muss vollständig sein.

Sie soll das ganze Buch in eindeutiger Weise erklären, auch hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Text und Bildern.

Der Hauptvorteil der Autoren (Ursula Papke + Dirk Weydemann) bei der Entschlüsselung war das Fehlen einer Grundannahme, die alle anderen hatten: das Voynich-Manuskript sei verschlüsselt.

Wenn Sie im Dezember 2004 die Worte „Voynich Manuskript“ bei der Suchmaschine Google eingegeben haben, bekamen Sie nach 0,15 Sekunden 2.990 Webseiten mit Informationen genannt. (Ob es jetzt mehr oder weniger werden?)

Wenn es nicht verschlüsselt ist, warum kann es dann keiner lesen?

Das Interesse der Autoren für Astronomie führte sie zufällig im September 2004 zu einem Service der NASA, der im Internet jeden Tag ein neues Foto veröffentlicht[1]. Beim zurückblättern durch die Bilder der letzten Jahre stießen wir dann auf die abgebildete Seite f67r1, die bei APoD ursprünglich am 26.8.2002 veröffentlicht worden war und uns auf Yale verwies.

Die Yale Universität[2] hatte das Buch fast vollständig abfotografiert ins Internet gestellt, so dass wir es online durchblättern konnten. Die Autoren ahnten gleich anhand der Abbildungen wovon das Manuskript handelt, konnten den Text aber natürlich ebenfalls zunächst nicht lesen.

Es folgte eine intensive zweiwöchige Recherche über Symbole und mystische Zeichen des Mittelalters, wobei die Kenntnis des Zusammenhangs zu den Abbildungen natürlich eine große Hilfe war. Nach und nach fügte sich ein Puzzlestein zum anderen und die „Entschlüsselung“ entstand.

Für die Darstellung der Zeichen des Manuskripts entwickelten wir den MS408.ttf als Schrift für Windows. Wir haben ihn zum Download frei auf diese Website gestellt.

 

Zur Dateneingabe entwickelten wir einen speziellen Editor, er wird noch ständig weiter entwickelt.


WEITER


[1] „Astronomy Picture of the Day“, kurz APoD, unter http://apod.gsfc.nasa.gov/apod/astropix.html

[2] Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale University, von ihr stammen auch alle Fotos des Voynich-Manuskripts